The expected unexpected

Guess what I wear under my Burka

photography

sculpture

society

Die Fotoserie „Guess what I wear under my Burka“ setzt sich kritisch mit der westlichen Wahrnehmung von Verschleierung im öffentlichen Raum auseinander. Im Zentrum steht dabei weniger die Darstellung einzelner Personen als vielmehr die Frage, wie Sichtbarkeit und Unsichtbarkeit gesellschaftlich interpretiert werden. Die Bilder spielen mit der Erwartungshaltung der Betrachter*innen: Die Burka wird im öffentlichen Diskurs häufig als Symbol für Unzugänglichkeit, Kontrolle oder potenzielle Gefahr gelesen. Die Fotoserie greift diese symbolische Aufladung auf und verschiebt sie, indem der Titel die Neugier auf das „Darunter“ betont, gleichzeitig aber keine eindeutige Auflösung anbietet. Dadurch wird sichtbar, dass die Bedeutung der Burka nicht allein im Kleidungsstück selbst liegt, sondern stark durch externe Zuschreibungen geprägt ist. Zentral ist die Kritik an einer vereinfachenden Sicherheitslogik, in der das Nicht-Sichtbare schnell mit Unsicherheit oder Risiko verbunden wird. Die Fotoserie hinterfragt diese Verbindung, indem sie zeigt, dass die Wahrnehmung des „Anderen“ oft von Projektionen statt von konkretem Wissen bestimmt ist. Nicht die Burka selbst steht im Mittelpunkt, sondern die Art und Weise, wie sie im westlichen Blick gelesen und bewertet wird.

The photo series “Guess what I wear under my Burka” critically engages with Western perceptions of veiling in public space. Rather than focusing on the depiction of individual persons, it centers on how visibility and invisibility are socially interpreted. The images play with viewers’ expectations: in public discourse, the burqa is often read as a symbol of inaccessibility, control, or potential danger. The series takes up this symbolic charge and shifts it by emphasizing curiosity about what might be “underneath,” while at the same time refusing to provide a clear answer. In doing so, it highlights that the meaning of the burqa does not lie in the garment itself, but is strongly shaped by external attributions. At its core, the work critiques a simplified logic of security in which what is not visible is quickly associated with uncertainty or risk. The series questions this connection by showing that perceptions of the “Other” are often based on projections rather than concrete knowledge. Ultimately, the focus is not on the burqa itself, but on how it is read and evaluated through a Western gaze.

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© Nicole Weniger, 2012

Ausstellungsansicht, Inkognito, Andechsgalerie, Innsbruck, 2012

Publikation, C/O-Vienna Magazin, 2019

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