drawing
photography
installation

Diese großformatige Zeichnung entstand während eines Aufenthalts in der Herzliya/Tel Aviv Artists’ Residence im Jahr 2023. Entwickelt im Kontext eines temporären Lebens- und Arbeitsraums zwischen unbekannter Umgebung und neuen Begegnungen, reflektieren die Arbeiten die emotionalen und körperlichen Dimensionen menschlicher Verbindung. Im Zentrum steht das Motiv der Hände: Die Zeichnungen untersuchen Gesten der Berührung, der Nähe und des Loslassens – subtile Bewegungen, die tiefgreifende psychologische und soziale Bedeutungen tragen. Das Sich-Ausstrecken nach einer anderen Person, das Festhalten oder das Loslassen wurde zu einer zentralen visuellen Sprache, durch die existenzielle Fragen von Zugehörigkeit, Intimität und kollektiver Erfahrung verhandelt werden. In der Serie erscheinen Hände nicht lediglich als anatomische Formen, sondern als emotionale Träger. Ohne auf Gesichtsausdrücke oder narrative Zusammenhänge angewiesen zu sein, vermitteln sie Verletzlichkeit, Fürsorge, Abhängigkeit und Trennung. Die Zeichnungen betonen das Ausdruckspotenzial der Geste selbst und zeigen, wie physische Berührung zugleich Nähe und Distanz verkörpern kann. Nach dem Ende der Residency verblieben die ursprünglichen Zeichnungen in Israel und wurden für die Künstlerin physisch unzugänglich. Anstatt die Arbeiten identisch zu reproduzieren, begann die Künstlerin, die Zeichnungen an unterschiedlichen Orten neu zu schaffen, um den Prozess fortzuführen und zugleich auf die Abwesenheit der Originale zu reagieren. Jede neue Zeichnung fungiert dabei gleichzeitig als Wiederholung und Transformation: Sie verweist auf die ursprünglichen Arbeiten und nimmt zugleich Spuren der neuen Umgebung auf, in der sie entsteht. Durch diesen fortlaufenden Akt des Neuzeichnens entwickelte sich das Projekt zu einer Reflexion über Erinnerung, Verlust sowie die Instabilität von Besitz und Dauerhaftigkeit. Die Serie setzt sich letztlich damit auseinander, wie Beziehungen, Orte und Erfahrungen durch Spuren und Wiederholungen weiterbestehen, selbst wenn ihre ursprünglichen Formen unerreichbar bleiben.
This large-format drawing series was created during a residency at the Herzliya/Tel Aviv Artists’ Residence in 2023. Developed in the context of a temporary stay between unfamiliar surroundings and new encounters, the works reflect on the emotional and physical dimensions of human connection. Focusing on the motif of hands, the drawings investigate gestures of touch, proximity, and release — subtle movements that carry deep psychological and social meaning. The act of reaching toward another person, holding on, or letting go became a central visual language through which the artist explores existential questions of belonging, intimacy, and collective experience. Hands appear in the series not merely as anatomical forms, but as emotional carriers. They communicate vulnerability, care, dependence, and separation without the need for facial expression or narrative context. The project was deeply influenced by the artist’s experience of living and working temporarily in another country. Within the residency context, encounters with people, places, and conversations were often intense yet fleeting. This atmosphere informed the conceptual framework of the drawings, which revolve around the tension between attachment and impermanence. The intimate gesture of touching and letting go became a metaphor for the human desire for connection in times marked by mobility, displacement, and uncertainty. After the residency ended, the original drawings remained in Israel, making them physically inaccessible to the artist. Rather than reproducing them identically, the artist began recreating the works in different locations as a way of continuing the process and responding to the absence of the originals. Each new drawing functions simultaneously as repetition and transformation: while referencing the initial works, it also absorbs traces of the new environment in which it is made. Through this ongoing act of redrawing, the project evolved into a meditation on memory, loss, and the instability of ownership and permanence.














(c) photos Nicole Weniger
Israel, 2023 / Greece, Peru, 2024
exhibitionviews: PHOTO SALAM, Jaffa Port/Tel Aviv, December 2024